24h of Le Mans – MSP schlägt sich selbst und landet dennoch mit einem Auto in den Top 5

iRacing Le Mans 24h Start

Es war nun endlich soweit. Nach langen Monaten Wartezeit stand das aller erste 24h Rennen in Le Mans in der Geschichte von iRacing auf dem Plan. Mit dem großen Klassiker endete auch gleichzeitig die Saison der Big-Events. Also hatten alle Teams für dieses Jahr ein letztes Mal die Gelegenheit, nach einem langen 2016 alles aus sich heraus zu holen und noch einmal gegen die Uhr und sich selbst anzutreten. Mit Le Mans wartete eine besonders anspruchsvolle Strecke auf die Teilnehmer – wie schon im Teaser-Video von Frank Biela selbst erklärt, handelt es sich bei dem Circuit de la Sarthe nicht um eine gewöhnliche Strecke, sondern um eine echte Herausforderung.

Bei der ersten Ausgabe des 24h Rennens auf der 13,6km langen Strecke südlich vom kleinen Örtchen Le Mans in Nordfrankreich ging es richtig zur Sache. Das Rennen hatte alles zu bieten. Es gab sportliche Dramen, spannende Zweikämpfe und große Emotionen, die nur ein 24h Rennen zu schreiben vermag. Am Ende schnappte sich VRS Coanda in einem packenden Zweikampf mit Friction Racing den Gesamtsieg. In der GT1-Klasse siegte iNEX, und auch in der GT2-Klasse ging ein iNEX-Auto als Sieger hervor.

Freud und Leid bei Team 4

Freud und Leid fällt dieses Mal auf ein Team. 24h MSP-DRIVERS-HOME 4 konnte sich über einen starken 5. Platz freuen, musste jedoch einen emotionalen Tiefpunkt verkraften. Das 4-Mann-Team bestehend aus Thomas Engelns, Tobias Hüweler, Lubomir Schiwietz und Bojan Neumann startete sehr unauffällig ins Rennen. Einzig ein kleiner Faux-Pas von Engels beim ersten Stopp sorgte für eine der ersten Kuriositäten des Rennens, als dieser fast an seinem Lollipop-Man vorbeifuhr und kurz vor der Katastrophe im 90°-Winkel auf der Haltestelle parkte. Danach tauchte die #17 wieder im Renngeschehen unter und knabberte sich Position um Position nach vorne. Die Pace des zweiten MSP-Astons im Topsplit schien nicht an die des Schwesterteams zu kommen, dennoch wurde die #17 im weiteren Verlauf des Rennens immer weiter oben im Tableau aufgeführt.

Konstante Rundenzeiten und ein gutes Traffic-Management hatte das Team weit nach vorne gespült, als es dann gegen 05:00 Uhr morgens zum Aufreger des Rennens kam: Ausgangs der Porsche Kurven bahnte sich die erste Teaminterne Überrundung an, als Thomas Engelns das Heck seines Wagens verlor und durch einen Gegenpendler zurück auf die Ideallinie rutschte und so mit Gregory Tanson sehr unglücklich und folgenschwer kollidierte. Dadurch verlor der bis dato auf Rang drei liegende #27-Aston alle Chancen auf ein Topresultat. Die #17 kam mit kleineren Schäden davon und kämpfte von nun an um Rang vier im GT1-Tableau. Bis zur aller letzten Runde des Rennens lieferte sich Team 4 mit der Truppe von GSRC einen spannenden Fight, der letztlich nicht enger hätte entschieden werden können. Bei der Ziellinie trennten beide Teams lediglich zwei Sekunden, mit besserem Ende für GSRC. Rang fünf am Ende bedeutete für 24h MSP-DRIVERS-HOME 4 dennoch ein unglaublich starkes Ergebnis, über dass sich alle vier Fahrer sehr freuten. Wir gratulieren zu diesem hervorragenden Ergebnis.

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Team 1 mit schwarzem Wochenende

Für 24h MSP-DRIVERS-HOME 1 hätte es zunächst nicht besser laufen können. Das Team rund um Lukas Jestädt, Gregory Tanson, Carlos C. Monserrat, Reto Hartmann und Julien Grünastel belegte schon zu Rennbeginn eine ausordentlich gute Ausgangsposition. Früh im Rennen hatte Tanson das enge Sprintrennen artige Geschehen gut im Griff gehabt und sich in der Spitzengruppe etabliert. Nach zwei Stunden führte der #27-Aston sogar komfortabel die GT1-Klasse an. Weitere Rennstunden gingen ins Land und die #27 befand sich nach wie vor im Kampf ums Podium. Erst in den Morgenstunden griff das Le Mans-Schicksal zu und nahm dem #27-Aston den Wind aus den Flügeln, als dieser unglücklich vom Schwesterauto (#17) aus dem Rennen genommen wurde. 45min verlor die Mannschaft, die aber zum Aufgeben nicht bereit war. Zwar war man aus dem Kampf um das Podium rausgefallen, dennoch hatte man bis Stunde 22 die Aussicht auf eine Top10 Platzierung, ehe Monserrat ein Fahrfehler unterlief, der weitere 30min Reparaturzeit bedeutete.

Am Ende kam das Team nicht über Rang 12 hinaus, hatte aber bis zum Schluss gekämpft, um wenigstens die Ziellinie zu sehen. „Die Enttäuschung war bei allen groß, da wir wirklich ein gutes Paket hatten. Wir sind klug gefahren und hätten einen Podestplatz verdient gehabt. Aber bei solchen Rennen brauch man auch eine Portion Glück, damit sowas wie bei uns nicht passiert. Aber Aufgeben war nicht angesagt. Wir wollten dieses Auto unbedingt über die Linie bringen, auch für Sotiris, bei dem unsere Gedanken seit mehreren Wochen schweben. Wir kommen nächstes Jahr stärker zurück und greifen wieder an“, so ein sichtlich enttäuschter Julien Grünastel, der den Schlussstint übernommen hatte.

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MSP in Sonderlackierung sorgt für Aufmerksamkeit

Anlässlich der tragischen Ereignisse von vor zwei Wochen hatte sich die ganze Mannschaft dazu entschlossen, in Ehren von Sotiris ein spezielles Auto-Design beim 24h Rennen von Le Mans zu fahren. Auf allen MSP-Fahrzeugen wurden dazu alle Sponsorenlogos entfernt und gegen einen unübersehbaren Gruß an Sotiris ausgetauscht. „Die Aktion brachte insgesamt viel Aufmerksamkeit und viel positive Rückmeldung. Wir haben uns über die große Anteilnahme gefreut und wollten der Familie und den Freunden von Sotiris etwas zurückgeben. Es war wirklich schön zu sehen, wie groß doch der Zusammenhalt in solch traurigen Momenten ist“, so Grünastel weiter.

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Nächstes Big-Event im Januar 2017

Mit dem Ende des 24h Rennens in Le Mans endet auch die Saison der Big Ones bei iRacing. Im kommenden Jahr dürfen die Teams dann schon im Januar 2017 beim Klassiker von Daytona an den Start gehen. Bis dahin ist aber für reichlich Action gesorgt: In zwei Wochen startet die Qualifikation zur Blancpain GT Series, an der mehrere MSP-Teams teilnehmen werden.